Häuser der 50er bis 70er Jahre sanieren: was typisch ist und wo man anfängt.
In unserer Region stammt ein großer Teil der Wohnhäuser aus der Zeit des Wiederaufbaus und des Wachstums nach dem Krieg. Diese Häuser sind meist solide gebaut, aber vieles in ihnen hat seine Zeit hinter sich. Dieser Ratgeber zeigt, was typisch ist und wo man sinnvoll anfängt.
In den 97 Städten und Gemeinden unseres Einzugsgebiets, für die wir Ortsseiten führen, stammen laut Zensus 2022 rund 44 Prozent der Gebäude mit Wohnraum aus den Jahren 1949 bis 1978 und rund 71 Prozent aus der Zeit vor 1979. Typisch für diese Häuser sind veraltete Leitungen, dünne Estriche ohne Dämmung, einfache Putze, Bäder mit Wanne und Fliesenspiegel sowie eine schwache Wärmedämmung.
Warum diese Häuser gerade jetzt an der Reihe sind
Laut Zensus 2022 zählen die 97 Städte und Gemeinden, für die wir eigene Ortsseiten führen, zusammen rund 396.000 Gebäude mit Wohnraum. Rund 44 Prozent davon wurden zwischen 1949 und 1978 gebaut, rund 71 Prozent vor 1979. Viele dieser Häuser werden jetzt vererbt oder verkauft und zum ersten Mal grundlegend angefasst.
Typische Schwachstellen
Die Mauern der Nachkriegszeit sind in der Regel solide. Die Schwächen liegen in dem, was darin verbaut wurde: Wasserleitungen aus verzinktem Stahl, die innen zuwachsen, Stromkreise für eine Handvoll Steckdosen, dünne Estriche ohne Dämmung und Trittschallschutz, Bäder mit Wanne, Fliesenspiegel und Aufputzleitungen.
Dazu kommt die Hülle: oberste Geschossdecken ohne nennenswerte Dämmung, einfach verglaste oder erste Isolierglasfenster, ungedämmte Heizungsrohre im Keller. Für manche dieser Punkte sieht das Gebäudeenergiegesetz nach einem Eigentümerwechsel Nachrüstpflichten vor.
- verzinkte Wasserleitungen
- alte Stromkreise
- Estrich ohne Dämmung
- Bad mit Wanne und Fliesenspiegel
- ungedämmte oberste Geschossdecke
Baustoffe, bei denen Vorsicht geboten ist
In Häusern dieser Zeit können Baustoffe mit Asbest verbaut sein, etwa in bestimmten Bodenplatten, Klebern, Fensterbänken oder Faserzementplatten, außerdem teerhaltige Kleber unter alten Parkettböden. Solche Stoffe dürfen nur mit besonderen Schutzmaßnahmen entfernt werden. Besteht ein Verdacht, wird das Material vor dem Rückbau untersucht.
Die sinnvolle Reihenfolge
Zuerst das, was das Haus schützt: Dach und Feuchtigkeit. Dann das, was später verdeckt wird: Leitungen für Wasser, Abwasser, Heizung und Strom. Danach Wände, Decken, Putz und Estrich, zuletzt Bäder, Fliesen, Böden und Anstrich. Energetische Maßnahmen gehören früh in die Planung, weil sie sich mit offenen Wänden und Böden am einfachsten verbinden lassen.
Was diese Häuser gut können
Viele Häuser dieser Zeit haben großzügige Grundstücke, massive Wände und Grundrisse, die sich mit Trockenbau gut neu ordnen lassen. Oft gibt es ungenutzten Raum unter dem Dach. Wer die Substanz behält und das Innere erneuert, bekommt ein Haus, das zu heutigen Ansprüchen passt, ohne neu zu bauen.
Wie wir solche Häuser sanieren
Peter Kombüchen ist ein Stuckateur- und Fliesenlegerbetrieb aus Nohfelden-Gonnesweiler. Wir kennen die typischen Befunde dieser Baujahre und planen die Sanierung in der richtigen Reihenfolge. Trockenbau, Putz, Estrich und Fliesen führen wir selbst aus, Sanitär und Elektro koordinieren wir über feste regionale Partner. Sie erhalten einen Ansprechpartner, einen Zeitplan und einen Festpreis nach dem Aufmaß.
Kurz beantwortet
Lohnt sich die Sanierung eines Hauses aus den 60ern?
Wenn Mauerwerk, Decken und Dach in Ordnung sind, meistens ja. Die Substanz bleibt, und innen entsteht ein zeitgemäßes Haus.
Muss ich alle Leitungen erneuern?
Nicht zwingend, aber wenn Wände und Böden ohnehin offen sind, ist es der günstigste Zeitpunkt. Später ist es deutlich aufwendiger.
Womit fange ich an?
Mit einer Bestandsaufnahme von Dach, Feuchtigkeit und Leitungen. Daraus ergibt sich die Reihenfolge.
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Peter Kombüchen
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Quellen
- Zensus 2022, Gemeindeergebnisse, Statistische Ämter des Bundes und der Länder (Aufbereitung wahlatlas.net), wahlatlas.net, abgerufen 25.09.2026
- Gebäudeenergiegesetz (GEG), § 47 Nachrüstung eines bestehenden Gebäudes, www.gesetze-im-internet.de, abgerufen 25.09.2026